Die wichtigsten Zahlen (Stand 10.02.2026): ams-OSRAM startet mit „Simplify“ ein neues Transformations- und Sparprogramm. Ziel sind zusätzliche 200 Mio. € jährliche Einsparungen (Run-Rate) bis 2028.
Dafür sollen in den nächsten Jahren weltweit rund 2.000 Arbeitsplätze wegfallen – etwa die Hälfte in Europa, der Rest vor allem in Asien. Parallel meldete der Konzern für 2025 einen deutlich geringeren Verlust als im Vorjahr (trotz weiter schwieriger Lage).
Wichtig für Österreich/Steiermark: Laut öffentlich zitierten Angaben eines Unternehmenssprechers ist Österreich vom angekündigten Stellenabbau nicht betroffen.
Trotzdem ist die Steiermark im Thema stark präsent, weil der Konzern seinen Hauptsitz in Premstätten bei Graz hat und dort zentrale Produktion/Entwicklung bündelt.
Kurzfakten zum Programm „Simplify“
| Fakt | Zahl/Info | Einordnung |
|---|---|---|
| Programmname | Simplify | Neues Transformations- & Sparprogramm |
| Einsparziel | +200 Mio. € bis 2028 | Zusätzliche Run-Rate-Einsparungen (jährlich) |
| Betroffene Jobs | rund 2.000 | Abbau über mehrere Jahre, global |
| Regionen | ca. 50% Europa, Rest v. a. Asien | In Berichten wird Europa-Schwerpunkt teils stark in Deutschland verortet |
| Zeithorizont | bis 2028 (Kosten), „in den nächsten Jahren“ (Jobs) | Umsetzungsschritte folgen typischerweise in Wellen |
| Österreich | laut Sprecher: nicht betroffen | Heißt nicht „keine Veränderung“, aber kein angekündigter Jobabbau |
Was das für die Steiermark heißt: Standorte, Jobs & die Logik dahinter
Premstätten bei Graz: Warum dieser Standort im Zentrum der Debatte steht
ams-OSRAM sitzt in Österreich nicht „irgendwo“, sondern mit dem Hauptsitz in Premstätten direkt in der Steiermark. Der Standort ist für das Unternehmen auch symbolisch wichtig: Auf dem Gelände rund um Schloss Premstätten liegt laut Unternehmensdarstellung neben dem historischen Gebäude eine moderne 200-mm-Fabrik („200 mm fab“). Das zeigt: In Premstätten geht es nicht nur um Verwaltung, sondern um Industrie, Technologie und Produktion.
Wie viele Menschen arbeiten in der Steiermark für ams-OSRAM?
Je nach Quelle werden Größenordnungen rund um ~1.300 Beschäftigte am österreichischen/steirischen Standort genannt. In Medienberichten wird für die Steiermark auch von rund 1.370 Beschäftigten gesprochen (im Kontext der jüngsten Transaktion mit Infineon).
Solche Unterschiede sind normal: Stichtage, Abgrenzung „Standort“ vs. „Bundesland“ und konzerninterne Zuordnung können variieren. Die Kernaussage bleibt stabil: Die Steiermark ist ein Schwerpunktstandort des Konzerns.
Trifft der Jobabbau die Steiermark direkt?
Laut öffentlich zitierter Aussage eines Unternehmenssprechers ist Österreich nicht vom angekündigten Stellenabbau betroffen.
Gleichzeitig ist es realistisch, dass ein globales Programm trotzdem organisatorische Veränderungen bringt: Prozesse werden gebündelt, Projekte priorisiert, Budgets umgeschichtet. „Nicht betroffen“ bezieht sich hier auf den angekündigten Abbau – nicht automatisch auf jede interne Umstellung.
Der Kontext in der Region: Verkauf an Infineon und Wechsel nach Graz
Für die Steiermark ist zusätzlich relevant, was unmittelbar davor passiert ist: ams-OSRAM verkauft einen Teil des nicht-optischen Sensorgeschäfts an Infineon (Kaufpreis laut Berichten 570 Mio. €). In diesem Zusammenhang sollen 230 Beschäftigte zu Infineon wechseln – davon laut Berichten rund 70 aus Premstätten, die perspektivisch zum Infineon-Standort Graz wechseln. Wichtig dabei: Das Werk in Premstätten wird laut Berichten nicht mitverkauft, und bestimmte Produkte sollen weiterhin in Premstätten gefertigt werden.
Warum Premstätten strategisch bleibt – trotz Sparprogramm
Der Sparkurs wirkt auf den ersten Blick wie „Rückzug“. Gleichzeitig gibt es Hinweise auf das Gegenteil: Premstätten wird in Berichten als Standort genannt, an dem neue Halbleiter-/Sensorfertigung aufgebaut bzw. ausgebaut werden soll – unter anderem im Kontext europäischer Förderlogiken (Chips-Strategie). Für die Region heißt das: Kurzfristiger Kostendruck und mittelfristige Standortstrategie können parallel laufen. Genau diese Mischung erzeugt oft Unsicherheit – aber auch die Chance, dass sich ein Standort trotz Konzernkrise als Technologie-Hub behauptet.
Tipps für Beschäftigte bei ams Osram – Steiermark – Aktuell
Bei Transformationsprogrammen kommen in Betrieben fast immer die gleichen Fragen: Welche Bereiche sind „Kern“, welche werden ausgelagert? Werden Aufgaben nach Deutschland/Asien verlagert? Was passiert mit Forschung, was mit Produktion? In der Steiermark ist die Lage derzeit vor allem so zu lesen: keine angekündigten Kündigungswellen – aber ein Umfeld, in dem Priorisierung, Effizienz und Strukturentscheidungen zunehmen.
Wer im Unternehmen ist, sollte interne Updates (Betriebsrat/HR) eng verfolgen und sich schriftliche Klarheit holen, sobald Bereichsentscheidungen kommuniziert werden.
Welche Zahlen aus 2025/2026 du bei dieser Nachricht richtig einordnen solltest
Ein Sparkurs wird oft aus „ein paar schlechten Monaten“ erklärt – hier geht es um mehrere Ebenen:
- Ergebnis 2025: Der Konzern machte zwar weiterhin Verlust, aber deutlich weniger als im Jahr davor.
- Umsatzentwicklung: In Berichten wird ein Rückgang auf rund 3,32 Mrd. € genannt, mit Währungseffekten als Treiber.
- Q4/2025: Umsatz um 874 Mio. € wird als oberes Ende der Erwartungen beschrieben – operativ besser, aber nicht „Problem gelöst“.
- Belegschaft: öffentlich wird von rund 19.000 Beschäftigten weltweit gesprochen; 2.000 Jobs entsprechen grob ~10%.
Das erklärt, warum Unternehmen trotz operativer Verbesserungen weiter sparen: Schulden, Zinsen, Transformationskosten und Portfolio-Umbau können den Druck hochhalten – selbst wenn einzelne Quartale besser laufen.
FAQ
Was ist „Simplify“ bei ams-OSRAM?
„Simplify“ ist ein neues Transformations- und Sparprogramm, mit dem ams-OSRAM bis 2028 zusätzliche 200 Mio. € jährliche Einsparungen (Run-Rate) erreichen will.
Wie viele Mitarbeitende sind betroffen?
Rund 2.000 Jobs weltweit. In Berichten heißt es, etwa die Hälfte entfällt auf Europa, der Rest vor allem auf Asien.
Ist Österreich vom Stellenabbau betroffen?
Laut öffentlich zitierter Aussage eines Unternehmenssprechers ist Österreich nicht vom angekündigten Stellenabbau betroffen. Das schließt organisatorische Veränderungen im Zuge des Programms aber nicht automatisch aus.
Warum wird dann in der Steiermark so intensiv darüber berichtet?
Weil der Konzern seinen Hauptsitz in Premstätten bei Graz hat und der Standort eine zentrale Rolle in Produktion und Technologie spielt. Außerdem gab es kurz davor eine wichtige Transaktion mit Infineon, die auch Beschäftigte in Premstätten betrifft.
Welche Standorte in der Steiermark sind wichtig?
Der Schlüsselstandort ist Premstätten bei Graz (Hauptsitz). In Berichten wird außerdem der Wechsel von Beschäftigten aus Premstätten zum Infineon-Standort Graz im Zuge des Verkaufs eines Teilgeschäfts erwähnt.
Was hat der Infineon-Deal mit dem Sparkurs zu tun?
Der Verkauf eines Teilbereichs des Sensorgeschäfts (genannt werden 570 Mio. €) dient dem Schuldenabbau und soll finanzielle Flexibilität schaffen. Parallel soll „Simplify“ zusätzlich Kosten senken.
Welche Bereiche sind bei „Simplify“ besonders im Fokus?
Öffentliche Informationen sprechen vor allem von Stellenabbau und Effizienzmaßnahmen; Medienberichte verorten einen großen Teil der Europa-Maßnahmen in Deutschland und nennen zusätzlich Asien als Schwerpunktregion.
Was bedeutet das für Bewerber:innen und Lehrlinge in der Steiermark?
Ein Sparkurs kann Einstellungen bremsen oder stärker selektiv machen. Gleichzeitig bleibt Premstätten als Technologie-Standort sichtbar. Wer sich bewirbt, sollte konkrete Bereiche/Projekte ansprechen (z. B. Halbleiter, optische Sensorik) und nach Planbarkeit (Team, Budget, Zeithorizont) fragen.
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