Das Grambacher ist über seine Betreiberfirma, die Fürgast Betriebsgastronomie GmbH, in ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung geraten. Das Verfahren wurde am 27. April 2026 am Landesgericht für ZRS Graz eröffnet. Betroffen sind nach Angaben der Gläubigerschutzverbände rund 100 Gläubiger und 47 Beschäftigte. Die Passiva werden mit rund 11,4 Millionen Euro beziffert, den Aktiva stehen rund 7,4 Millionen Euro zu Liquidationswerten gegenüber. Die Betreiberin will den Betrieb fortführen; ob und in welchem Umfang das gelingt, hängt nun von der Prüfung durch die Insolvenzverwaltung und vom weiteren Verfahren ab. Informationen zum Betrieb selbst finden sich auf der offiziellen Website von Das Grambacher.
Für die Steiermark ist der Fall mehr als eine einzelne Gastro-Meldung. Das Unternehmen verbindet mehrere Bereiche: Restaurant, Hotelbetrieb mit Seminarräumen, Kantinenbelieferung und Automatenbestückung. Damit reicht die wirtschaftliche Wirkung über den klassischen Restaurantbetrieb hinaus – zu Beschäftigten, Lieferanten, Seminar- und Firmenkunden sowie regionalen Dienstleistern. Wer die aktuelle Lage im größeren Zusammenhang sehen möchte, findet ergänzend unseren Überblick zu aktuellen Insolvenzen in der Steiermark 2026.
Das Grambacher Insolvenz: die wichtigsten Fakten im Überblick
| Einordnung | Aktueller Stand |
|---|---|
| Betroffenes Unternehmen | Fürgast Betriebsgastronomie GmbH, bekannt durch „Das Grambacher“ |
| Verfahrensart | Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung |
| Gericht | Landesgericht für ZRS Graz, Geschäftszahl 25 S 84/26d |
| Eröffnung | 27. April 2026 |
| Gläubiger | Rund 100 |
| Beschäftigte | 47 Dienstnehmerinnen und Dienstnehmer |
| Aktiva | Rund 7,4 Millionen Euro zu Liquidationswerten |
| Passiva | Rund 11,4 Millionen Euro zu Liquidationswerten |
| Sanierungsplan | 20 Prozent Quote, zahlbar binnen 24 Monaten ab Annahme des Sanierungsplans |
| Anmeldefrist | 4. Juni 2026 |
| Wichtige Tagsatzungen | 18. Juni 2026 und 23. Juli 2026 |
Warum der Fall für die Region mehr Gewicht hat als eine gewöhnliche Restaurantinsolvenz
- Breites Geschäftsmodell: Neben Restaurant und Hotel nennt der KSV1870 auch Seminarräumlichkeiten, Kantinenbelieferung und Automatenbestückung als Tätigkeitsfelder.
- Arbeitsplätze: Mit 47 Beschäftigten ist der Fall regional spürbar – vor allem, wenn Dienstpläne, Lieferketten oder Firmenkunden betroffen sind.
- Standortnähe zu Graz: Seiersberg-Pirka und das südliche Grazer Umland sind stark von Gewerbe, Pendelbewegungen und Firmenkunden geprägt.
- Fortführung angekündigt: Die Betreiberin strebt laut Gläubigerschutzinformationen eine Fortführung an. Entscheidend ist nun, ob Insolvenzverwaltung und Gläubiger den Plan als tragfähig bewerten.
- Signal für die Branche: Gastronomie, Hotellerie und Betriebskantinen stehen 2026 weiter unter Druck – vor allem dort, wo hohe Fixkosten, Finanzierungslasten und schwankende Frequenz zusammenkommen.
Was bisher gesichert ist
Gesichert ist: Über die Fürgast Betriebsgastronomie GmbH wurde ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet. Das Unternehmen wird mit Sitz in der Feldkirchner Straße in Seiersberg-Pirka bzw. Graz-Puntigam geführt und steht hinter dem bekannten Hotel- und Restaurantbetrieb „Das Grambacher“. Als Geschäftsführer wird Hamdi El Manchi genannt, als alleinige Gesellschafterin die El Manchi Holding GmbH.
Der Fall ist auch deshalb auffällig, weil die Bilanz der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten eine deutliche Lücke zeigt: Den Aktiva von rund 7,4 Millionen Euro stehen Passiva von rund 11,4 Millionen Euro gegenüber. Daraus ergibt sich auf Basis der genannten Liquidationswerte eine rechnerische Unterdeckung von rund vier Millionen Euro. Für Gläubiger wird eine Quote von 20 Prozent vorgeschlagen.
Welche Ursachen genannt werden
Als Ursachen werden laut Schuldnerangaben vor allem Finanzierungsaufwendungen und Umsatzrückgänge infolge von Baumaßnahmen genannt. Nach der Hoteleröffnung seien im Umfeld Infrastrukturprojekte durchgeführt worden; damit verbundene Straßensperren hätten Umsätze belastet. Zusätzlich werden gestiegene Personalkosten und schlechtere Deckungsbeiträge bei Werkskantinen angeführt.
Diese Begründung passt zu einem Muster, das in vielen regionalen Insolvenzen sichtbar wird: Nicht immer fehlt grundsätzlich Nachfrage. Häufig kippt die Lage, wenn hohe laufende Kosten, Investitionsfinanzierungen, schwankende Auslastung und geringere Margen gleichzeitig auftreten. Gerade bei Betrieben mit Hotel, Restaurant, Seminarräumen und Firmenverpflegung kann eine einzelne Schwäche in einem Bereich das Gesamtmodell belasten.
Was „ohne Eigenverwaltung“ praktisch bedeutet
Ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung bedeutet, dass die Geschäftsführung den Betrieb nicht mehr allein steuert. Die zentrale Rolle übernimmt die Insolvenzverwaltung. Diese prüft, ob eine Fortführung im Interesse der Gläubiger liegt, welche Vermögenswerte vorhanden sind, ob der Sanierungsplan erfüllbar wirkt und ob die laufenden Geschäfte wirtschaftlich tragfähig sind.
Für Kundinnen und Kunden heißt das nicht automatisch, dass ein Betrieb sofort geschlossen ist. Entscheidend ist, welche Fortführungsentscheidung im Verfahren getroffen wird. Für Lieferanten und Gläubiger wiederum sind die gerichtlichen Fristen zentral, insbesondere die Forderungsanmeldung bis 4. Juni 2026.
Warum der Fall wirtschaftlich in die Steiermark passt
Die Insolvenz trifft eine Branche, die ohnehin stark unter Beobachtung steht. Gastronomie und Hotellerie sind personalintensiv, energie- und mietkostenabhängig und reagieren empfindlich auf Kaufkraft, Frequenz und kurzfristige Störungen. Im Umfeld von Graz kommt hinzu, dass viele Betriebe nicht nur klassische Privatgäste bedienen, sondern auch Firmenkunden, Seminarbuchungen, Mittagstische, Catering und Betriebsverpflegung.
Genau diese Mischung macht „Das Grambacher“ regional relevant. Der Betrieb ist nicht nur Restaurant, sondern Teil einer lokalen Versorgungs- und Dienstleistungskette. Wenn ein solches Unternehmen in ein Verfahren geht, betrifft das neben Beschäftigten auch Zulieferer, Servicepartner, Firmenkunden und die Wahrnehmung des Standorts.
Welche Termine jetzt wichtig sind
- 4. Juni 2026: Ende der gerichtlichen Anmeldefrist für Forderungen.
- 18. Juni 2026: Prüfungs- und Berichtstagsatzung am Landesgericht für ZRS Graz.
- 23. Juli 2026: Sanierungsplantagsatzung und nachträgliche Prüfungstagsatzung.
Besonders die Sanierungsplantagsatzung wird zeigen, ob der vorgeschlagene Plan mit einer Quote von 20 Prozent ausreichend Unterstützung findet. Bis dahin steht im Mittelpunkt, ob die wirtschaftliche Fortführung realistisch ist und ob der Betrieb genug Überschüsse erwirtschaften kann, um laufende Kosten, Verfahrensanforderungen und Sanierungsquote zu tragen.
Was Beschäftigte, Gäste und Gläubiger beachten sollten
Beschäftigte sollten offizielle Informationen der Insolvenzverwaltung, des Unternehmens und gegebenenfalls der Arbeiterkammer beachten. Gäste und Firmenkunden sollten bei geplanten Veranstaltungen, Seminaren oder Gutscheinen direkt beim Betrieb nachfragen, welche Leistungen aktuell angeboten werden und ob Buchungen wie geplant durchgeführt werden. Gläubiger sollten die Fristen nicht versäumen und Forderungen geordnet anmelden.
Wichtig bleibt: Ein Sanierungsverfahren ist keine automatische Betriebsschließung. Es ist ein gerichtlicher Versuch, Schulden zu ordnen und eine Fortführung zu ermöglichen. Ob das gelingt, hängt nicht von Schlagzeilen ab, sondern von Liquidität, Gläubigerzustimmung, laufender Nachfrage und der Prüfung durch die Insolvenzverwaltung.
FAQ zur Insolvenz von Das Grambacher
Ist Das Grambacher insolvent?
Ja. Betroffen ist die Betreiberfirma Fürgast Betriebsgastronomie GmbH. Über sie wurde ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet.
Wann wurde das Verfahren eröffnet?
Das Verfahren wurde am 27. April 2026 am Landesgericht für ZRS Graz eröffnet.
Wie viele Beschäftigte sind betroffen?
Laut den vorliegenden Gläubigerschutzinformationen sind 47 Dienstnehmerinnen und Dienstnehmer betroffen.
Wie hoch sind die Schulden?
Die Passiva werden mit rund 11,4 Millionen Euro angegeben. Die Aktiva liegen laut KSV1870 bei rund 7,4 Millionen Euro zu Liquidationswerten.
Was wird den Gläubigern angeboten?
Der Sanierungsplan sieht eine Quote von insgesamt 20 Prozent vor, zahlbar innerhalb von 24 Monaten ab Annahme des Sanierungsplans.
Läuft der Betrieb weiter?
Die Betreiberin strebt eine Fortführung an. Ob diese im Interesse der Gläubiger liegt und wirtschaftlich tragfähig ist, wird im Verfahren geprüft.
Welche Frist ist für Gläubiger wichtig?
Die Forderungsanmeldung ist laut AKV bis 4. Juni 2026 vorgesehen.
Warum ist der Fall regional relevant?
Das Unternehmen verbindet Hotel, Restaurant, Seminarräume, Kantinenbelieferung und Automatenbestückung. Dadurch sind nicht nur Gäste, sondern auch Beschäftigte, Lieferanten, Firmenkunden und regionale Dienstleister betroffen.
Gibt es Parallelen zu anderen Insolvenzen in der Steiermark?
Ja, zumindest strukturell: Hohe Fixkosten, Finanzierungslasten, Personalkosten und schwankende Nachfrage spielen in vielen Verfahren eine Rolle. Jeder Fall muss dennoch einzeln geprüft werden.
Wo findet man offizielle Informationen?
Maßgeblich sind gerichtliche Veröffentlichungen sowie Informationen von Gläubigerschutzverbänden wie KSV1870 und AKV. Medienberichte können ergänzen, ersetzen aber keine Verfahrensdaten.
Quellen und weiterführende Informationen
- KSV1870. (2026, 27. April). Insolvenzantrag: „Das Grambacher“. KSV1870-Information zum Sanierungsverfahren der Fürgast Betriebsgastronomie GmbH
- AKV Europa. (2026, 27. April). Insolvenz Fürgast Betriebsgastronomie GmbH. AKV-Verfahrensdaten mit Fristen und Tagsatzungen
- MeinBezirk Graz-Umgebung. (2026, 27. April). Betreiber des Restaurants „Das Grambacher“ meldet Insolvenz. Regionalbericht zur Insolvenz von Das Grambacher
- Das Grambacher. Offizielle Website. Informationen zu Hotel, Restaurant und Standort
Alle Angaben ohne Gewähr. Insolvenzverfahren können sich kurzfristig ändern; maßgeblich sind gerichtliche Bekanntmachungen und Informationen der zuständigen Stellen. Wer Korrekturen, Ergänzungen oder aktuelle Updates zum Fall hat, kann sich gerne bei der Redaktion melden. Bei Interesse an Kooperationen oder regionalen Wirtschaftsthemen freuen wir uns ebenfalls über Kontaktaufnahme.
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