Michael Jagersbacher ist mittlerweile eine etablierte Größe auf dem Buchsektor. Der südsteirische Unternehmer schreibt seit über 12 Jahren für das renommierte „ERFOLG Magazin“ eine Kolumne über verschiedene Promis. Dies hat er nun – gemeinsam mit dem Mentoren-Verlag aus Deutschland – zum Anlass genommen, ein Buch über Erfolg zu verfassen. Dafür hat er die 18 meistgelesenen Artikel der letzten 12 Jahre überarbeitet, aktualisiert und unter einer neuen inhaltlichen Klammer gesetzt.
Im exklusiven Interview mit „Steirische-Wirtschaft“ erklärt Michael Jagersbacher, der auch „Der Ghostwriter der Millionäre“ genannt wird, für wen sich dieses Buch besonders eignet und was er bei seinen jahrelangen Recherchen über erfolgreiche Menschen herausgefunden hat.
Erfolg wird oft mit Umsatz, Wachstum oder Sichtbarkeit gleichgesetzt. Wie definieren Sie Erfolg heute und hat sich diese Definition im Laufe Ihrer unternehmerischen Laufbahn verändert?
Michael Jagersbacher: Die Arbeit an der Kolumne, aber auch meine tägliche Arbeit als Ghostwriter zeigen mir immer wieder, wie unterschiedlich Erfolg definiert werden kann – ja sogar muss. Das war auch der Ur-Grund, weshalb ich das Buch geschrieben habe. Ich habe erkannt, dass absolute Klarheit zu einem erfüllten Leben führt. Das gilt ganz besonders für die eigene Auffassung von Erfolg. Unglücklich sind Menschen nicht, weil sie nicht erfolgreich sind, sondern weil sie der falschen Definition von Erfolg folgen. Das können gesellschaftliche „Vorschreibungen“ sein, die über Jahrzehnte indoktriniert wurden durch Medien, Schule, etc. Es können aber auch Folgen von Kompensationen sein, weil der Selbstwert nicht in der Form gegeben ist, wie eine gesunde psychische Basis es voraussetzt. Mit anderen Worten: Äußerlicher Erfolg muss nicht zu innerer Erfülltheit führen. Natürlich habe ich das auch an mir selbst erlebt. Besonders im letzten Jahr – da habe ich für mich ein Rekordergebnis eingefahren, war aber enorm unglücklich. Wer da weitergeht, landet vielleicht sogar im Burn-Out. Ich möchte mit meinem Buch dazu beitragen, die eigenen Vorstellungen von Erfolg kritisch zu hinterfragen.
„Äußerlicher Erfolg muss nicht zu innerer Erfülltheit führen.“ – Michael Jagersbacher
In „Star Mindset“ analysieren Sie bekannte Persönlichkeiten wie Jeff Bezos, Jennifer Lawrence oder Eminem. Welche Erfolgsprinzipien lassen sich besonders gut auf Unternehmerinnen und Unternehmer in der Steiermark übertragen?
Michael Jagersbacher: Nehmen wir Jeff Bezos als Beispiel – dieser Mann steht für eine riesige Vision, die ihn erfüllt. Das ist der Unterschied: viele entwickeln eine Vision, die sie nicht vollends erfüllt. Sie würden Genugtuung erhalten, wenn sie erfolgreich würden – aber die Tätigkeit oder der Weg dorthin erfüllt sie nicht. Das ist ein Problem.
Jennifer Lawrence ist eine tolle Frau, die es geschafft hat, trotz all dem Erfolg und Druck absolut am Boden zu bleiben. Ich habe einige Zitate von ihr gesammelt und integriert ins Buch. Die Bodenhaftung nicht zu verlieren, wenn man auf einem Erfolgstrip ist, scheint wohl, wenn man sich in Hollywood und Co. umsieht, das schwierigste Unterfangen überhaupt zu sein.
Und mit Eminem, seinem Schmerz und seiner Musik bin ich aufgewachsen. Ich war einer der ersten in Österreich, der seine Musik hörte. Ich musste mir die CDs noch aus England bestellen, weil sie hier bei uns nicht vertrieben wurden. Er hat es geschafft, aus seinen negativen Erfahrungen etwas Künstlerisches zu machen. Ich würde vielleicht nicht seinen Weg 1:1 einschlagen oder heute gutheißen, aber die Mechanismen sind durchaus beeindruckend.

Viele Betriebe stehen derzeit unter Druck – Fachkräftemangel, Kosten, Digitalisierung, Nachfolgefragen. Welche Rolle spielt Mindset, wenn wirtschaftliche Rahmenbedingungen schwieriger werden?
Michael Jagersbacher: Ich denke, als Unternehmer benötigst du einfach ein Mindset, das auf Optimismus, Chancen, auf Widerstandsfähigkeit und auf Problemlösung ausgerichtet ist. Sonst braucht man gar nicht Unternehmer zu werden. Wer es nicht aushält, dass die Situationen am Markt sich immer schneller ändern, der wird auf Dauer unglücklich sein mit seiner „Berufswahl“.
Und das ist ja auch gut so. Es müssen nicht alle Menschen Unternehmer werden. Die, die wir jedoch haben, sollten unterstützt werden, ihre Visionen zu erfüllen, weil sie dadurch das Leben anderer Menschen ebenfalls positiv beeinflussen – und sei es nur deshalb, weil sie die Gehälter pünktlich überweisen und ihre Steuerschuld tilgen.
Wir benötigen Menschen, die auch in ausweglos scheinenden Situationen den Mut und die Courage aufbringen, voranzugehen. Nur so kommt man aus diesen bescheidenen Situationen heraus. Je klarer man sich über die eigenen Bedürfnisse im Erfolgskontext ist, desto mehr Kraft kann man auf dem Weg auch entfalten und andere ebenfalls begeistern.
„Ich glaube nicht an den einen Erfolgsweg. Aber ich glaube daran, dass wir aus den Wegen anderer viel über unsere eigenen Möglichkeiten lernen können.“ – Michael Jagersbacher
Sie arbeiten seit vielen Jahren mit Unternehmern, Coaches und Persönlichkeiten an Buchprojekten. Was unterscheidet Menschen, die eine Idee wirklich umsetzen, von jenen, die immer nur darüber sprechen?
Michael Jagersbacher: Ich habe an die 200 Menschen im Buchbereich beraten und über 60 Projekte in den letzten 10 Jahren direkt oder indirekt umgesetzt. Mittlerweile erkenne ich schon sehr schnell, wer es ernst meint oder wem schnell die Puste ausgeht. Diejenigen, die sich nicht auf eine tiefergehende Reflexion einlassen möchten, sind meist die, die sehr rasch Ergebnisse sehen wollen. Denen rate ich von einem Buchprojekt im klassischen Sinne ab. Ein Buch benötigt Raum, Ruhe und Reflexion. Daran führt – trotz oder gerade wegen KI – kein Weg vorbei. Hier entscheidet Klarheit und aus Klarheit folgt die Disziplin, ein Werk von 200 Seiten oder mehr auf den Markt zu bringen. Teilweise dauert dieser Prozess sogar Jahre.
Das ist das Faszinierende an Büchern – sie benötigen Zeit. Zeit, sie zu planen, Zeit, sie zu schreiben, Zeit, sie zu überarbeiten und Zeit, sie zu vermarkten. Ein Buch ist ein Produkt von Dauer, vielleicht eines der letzten in Zeiten von KI. An ein Buch muss ich ganz anders herangehen als an den nächsten Social Media-Post, der nach 24h wieder verschwunden ist. Mein Erstlingswerk – Sympathie-Code – aus dem Jahr 2015 erhält heute noch Rezensionen und eigene Artikel. Und genau hierbei möchte ich meine Kunden begleiten als Consultant und/oder als Ghostwriter: etwas Bleibendes mit Mehrwert erschaffen.
Wenn ein steirischer Unternehmer oder eine steirische Unternehmerin nur eine Erkenntnis aus „Star Mindset“ mitnehmen sollte: Welche wäre das?
Michael Jagersbacher: Eine schwierige Frage. Aber ich würde sagen: den Mut, den eigenen Weg zu gehen, auch wenn alles gegen einen spricht. Wir alle sind soziale Wesen – Unternehmer stellen da keine Ausnahme dar – und vielen fällt nichts schwieriger, als sich gegen den allgemeinen Konsens zu stellen. Um diesen Mut „auf die Straße“ zu bringen, benötigt man Klarheit. Und diese Klarheit muss entwickelt und gefestigt werden. Genau zu diesem Grund habe ich mein Werk verfasst.
Herzlichen Dank für das Gespräch!
Wer ist Michael Jagersbacher?
Michael Jagersbacher ist Ghostwriter, Buch-Consultant und Medienhaus-Inhaber. Seit mehr als 15 Jahren begleitet er Unternehmer, Coaches und Persönlichkeiten bei Sachbuchprojekten – von der ersten Idee über die Positionierung bis zur Veröffentlichung.
Mehr als 60 umgesetzte Buchprojekte haben seinen Blick dafür geschärft, was ein Buch braucht, um nicht nur geschrieben, sondern auch gelesen zu werden: eine klare Botschaft, echte Relevanz und eine Geschichte, die Menschen berührt. Mit seinem BuchInsider-Podcast teilt er sein Fachwissen mit einem breiten Publikum.
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