Die ISSW 2022 war eine internationale Fachveranstaltung für eine sehr spezielle, aber wirtschaftlich hochrelevante Technologie: SPAD-Sensoren. SPAD steht für Single-Photon Avalanche Diode – also Sensoren, die einzelne Lichtteilchen erfassen können. Solche Bauteile spielen unter anderem bei LiDAR-Systemen, 3D-Bildgebung, medizinischer Messtechnik, Quantenkommunikation, Spektroskopie und moderner optischer Sensorik eine Rolle.
Statt einer Publikumsmesse war die ISSW 2022 ein technischer Workshop für Forschung, Industrie und Entwicklung. Die Veranstaltung fand von 13. bis 15. Juni 2022 online statt und wurde von ams OSRAM organisiert. Der Steiermark-Bezug ergibt sich vor allem über den Konzernstandort Premstätten bei Graz: ams OSRAM hat dort seinen Hauptsitz und betreibt laut Unternehmensangaben neben dem historischen Schlossgelände auch eine moderne 200-mm-Fertigung. Mehr zur Rolle des Unternehmens in der Steiermark bietet unser Beitrag über ams OSRAM, Premstätten und den aktuellen Sparkurs.
ISSW 2022 im Überblick: Termin, Format und Programm
| Name | ISSW 2022 – The International SPAD Sensor Workshop |
| Termin | 13. bis 15. Juni 2022 |
| Format | Online-Workshop mit Fachvorträgen, Sponsor Talks, Poster Sessions und Networking |
| Organisator | ams OSRAM |
| Technologiefokus | SPAD-Sensoren, SPAD-Imager, CMOS-Technologien, LiDAR, Quantenanwendungen, medizinische Bildgebung und Spektroskopie |
| Zielgruppe | Forschende, Entwickler:innen, Sensorik-Unternehmen, Halbleiterindustrie, Hochschulen und Spezialist:innen für photonische Anwendungen |
| Steiermark-Bezug | ams OSRAM mit Hauptsitz in Premstätten; Halbleiter- und Sensorikkompetenz als Teil des steirischen Hightech-Standorts |
Der Workshop war fachlich dicht aufgebaut. Am ersten Tag standen vor allem SPAD-Technologien, Modellierung und rechnergestützte Bildgebung im Mittelpunkt. Vorträge beschäftigten sich etwa mit rückseitig belichteten SPADs, 3D-gestapelten Bildsensoren, neuen CMOS-Architekturen, Rauschverhalten, TCAD- und SPICE-Modellierung sowie Anwendungen in der Computervision. Ergänzt wurde das Programm durch Sponsor Talks zu Anforderungen aus Consumer Electronics, Automotive und Quantentechnologien.
Der zweite Veranstaltungstag rückte stärker in Richtung Depth Sensing, also Tiefenmessung und 3D-Erfassung. Dazu zählten Beiträge zu Time-of-Flight-Systemen, LiDAR, Lasertreibern, Histogrammverarbeitung und SPAD-basierten Bildsensoren. In der zweiten Tageshälfte folgten Quantenanwendungen, darunter Quantum Ghost Imaging, Quantenkommunikation, Kalibrierung von Einzelphotonendetektoren und SPAD-Arrays für Quantenbildgebung und Mikroskopie.
Am dritten Tag ging es um Emerging Technologies, langwellige SPADs, InGaAs-basierte Detektoren, optische drahtlose Kommunikation, Mid-Infrared-Imaging und anschließend um Spektroskopie und medizinische Sensorik. Das Programm zeigte damit sehr klar, dass SPAD-Technologie nicht nur ein Forschungsthema ist, sondern direkt in Zukunftsmärkte hineinreicht: autonome Systeme, industrielle Messtechnik, medizinische Diagnostik, Robotik, Konsumelektronik und Quantenkommunikation.
Warum diese Veranstaltung für die steirische Wirtschaft relevant war
Auf den ersten Blick wirkt eine internationale SPAD-Fachkonferenz weit entfernt vom regionalen Wirtschaftsgeschehen. Tatsächlich berührt sie aber zentrale Fragen der steirischen Standortentwicklung. Die Steiermark positioniert sich seit Jahren als Hightech-, Forschungs- und Industriestandort. Sensorik, Mikroelektronik, Photonik und Embedded Systems sind dabei nicht nur akademische Schlagworte, sondern Teil industrieller Wertschöpfung.
Der Standort Premstätten ist dafür ein sichtbares Beispiel. ams OSRAM hat dort seinen Hauptsitz und kündigte später Investitionen in neue Chip-Technologien und Produktionskapazitäten in der Steiermark an. Solche Aktivitäten sind für die Region deshalb bedeutend, weil sie qualifizierte Arbeitsplätze, internationale Vernetzung, Zulieferchancen und Forschungspartnerschaften stärken. Zur breiteren Einordnung passt auch unser Überblick zu Technologieunternehmen in der Steiermark.
Die ISSW 2022 machte sichtbar, in welchem Umfeld steirische Hochtechnologie heute steht: nicht als isolierter regionaler Industriezweig, sondern als Teil globaler Forschungs- und Lieferketten. In den Vorträgen traten Universitäten, Forschungszentren und Unternehmen aus Europa, Nordamerika und Asien auf. Namen wie EPFL, University of Edinburgh, STMicroelectronics, Sony, Canon, Fraunhofer, TU Wien, Politecnico di Milano, University of Glasgow oder Columbia University zeigen die internationale Breite des Feldes.
Was SPAD-Sensoren wirtschaftlich interessant macht
SPAD-Sensoren sind besonders dort relevant, wo Licht extrem präzise gemessen werden muss. Bei Time-of-Flight-Systemen wird etwa gemessen, wie lange ein Lichtsignal braucht, um von einem Objekt zurückzukommen. Daraus entstehen Tiefeninformationen – wichtig für 3D-Kameras, Abstandsmessung, Robotik, Fahrerassistenzsysteme oder industrielle Automatisierung.
In der Medizin können photonenzählende Systeme bei Bildgebung, Spektroskopie oder optischer Diagnostik eine Rolle spielen. In der Quantenkommunikation wiederum geht es um die Messung einzelner Photonen, also um eine Technologie, die ohne hochsensible Detektoren nicht auskommt. Genau deshalb treffen sich bei einer Veranstaltung wie der ISSW Grundlagenforschung, Chipdesign, Sensorarchitektur und konkrete Anwendungsmärkte.
Steirische Standortlogik: Forschung, Industrie und Fachkräfte
Für die Steiermark ist die ISSW 2022 auch deshalb interessant, weil sie zu einem größeren Standortprofil passt. Die Region ist stark in Industrie, Forschung und Entwicklung. Der Silicon Alps Cluster beschreibt die Südregion Österreichs als Netzwerk für Elektronik- und Mikroelektronikthemen; Graz und die Steiermark spielen darin eine zentrale Rolle. Passend dazu lohnt auch ein Blick auf unseren Beitrag zu Technologieparks in der Steiermark, weil solche Strukturen Unternehmen, Forschung und Talente näher zusammenbringen.
Solche Fachveranstaltungen entfalten ihre Wirkung nicht nur durch einzelne Vorträge. Sie stärken Sichtbarkeit, schaffen Kontakte zwischen Forschung und Industrie und zeigen jungen Fachkräften, welche Spezialisierungen international gefragt sind. Gerade im Halbleiter- und Sensorikbereich ist das relevant: Die Entwicklung neuer Bauteile braucht hochqualifizierte Teams aus Elektrotechnik, Physik, Informatik, Materialwissenschaften, Produktionstechnik und Datenanalyse.
Programmatische Schwerpunkte der ISSW 2022
- SPAD Technologies: neue Pixelarchitekturen, rückseitig belichtete Sensoren, 3D-Stacking und CMOS-Integration.
- SPAD Technologies and Modeling: Charakterisierung, Rauschverhalten, Simulationsmodelle und nachhaltige Sensorkonzepte.
- Computational Imaging: Computer Vision, Quantenbildgebung und funktionelle optische Bildgebung.
- Depth Sensing: Time-of-Flight-Systeme, LiDAR, Tiefenmessung und On-Chip-Verarbeitung.
- Quantum Applications: Einzelphotonendetektion, Quantenkommunikation, Kalibrierung und Mikroskopie.
- Emerging Technologies: langwellige SPADs, InGaAs-Technologien, optische Kommunikation und Mid-Infrared-Imaging.
- Spectroscopy and Sensing: Raman-Spektroskopie, medizinische Bildgebung, Gewebedurchblutung und fluoreszenzgestützte Anwendungen.
Rückblick: Warum die ISSW 2022 mehr war als ein Spezialistentreffen
Die ISSW 2022 war ein Nischenformat – aber eines mit hoher wirtschaftlicher Relevanz. Sensorik entscheidet zunehmend darüber, wie Maschinen ihre Umgebung erkennen, wie Fahrzeuge Abstand und Bewegung erfassen, wie medizinische Geräte präzisere Daten liefern und wie industrielle Systeme automatisiert werden. Wer solche Technologien entwickelt, bewegt sich in einem Markt, der Forschungstiefe, Produktionskompetenz und internationale Kooperation verlangt.
Für die steirische Wirtschaft liegt genau darin der Anknüpfungspunkt. Die Region kann solche Themen nicht nur beobachten, sondern ist über Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Cluster und Fachkräfte direkt eingebunden. Die ISSW 2022 war damit auch ein Signal: Steirische Technologiekompetenz ist Teil jener globalen Wertschöpfung, in der Sensoren, Mikrochips und photonische Systeme immer wichtiger werden.
FAQ zur ISSW 2022
Was war die ISSW 2022?
Die ISSW 2022 war der International SPAD Sensor Workshop, eine internationale Fachveranstaltung zu Single-Photon Avalanche Diodes und SPAD-basierten Sensorsystemen.
Wann fand die ISSW 2022 statt?
Die Veranstaltung fand von 13. bis 15. Juni 2022 statt.
Wo fand die ISSW 2022 statt?
Die Ausgabe 2022 wurde als Online-Workshop durchgeführt.
Wer organisierte die ISSW 2022?
Die dritte Ausgabe der ISSW wurde von ams OSRAM organisiert.
Welche Themen standen im Programm?
Das Programm umfasste SPAD-Technologien, Modellierung, Computational Imaging, Depth Sensing, LiDAR, Quantenanwendungen, langwellige SPADs, Spektroskopie und medizinische Sensorik.
Was sind SPAD-Sensoren?
SPAD-Sensoren sind Detektoren, die einzelne Photonen erfassen können. Sie werden unter anderem für Time-of-Flight-Messungen, 3D-Bildgebung, LiDAR, Quantenkommunikation und medizinische Anwendungen untersucht.
Warum ist das für die Steiermark wichtig?
Die Steiermark ist ein wichtiger Standort für Hightech, Mikroelektronik und Sensorik. Mit ams OSRAM in Premstätten besteht ein direkter regionaler Bezug zu einem international aktiven Halbleiter- und Sensorikunternehmen.
War die ISSW 2022 eine Messe für Besucherinnen und Besucher?
Nein. Es handelte sich um einen wissenschaftlich-technischen Workshop für Fachpublikum aus Forschung, Entwicklung und Industrie.
Quellen und weiterführende Informationen
- ISSW 2022 Workshop Program – offizielles Programm mit Sessions, Vortragstiteln und Zeitplan.
- ISSW Past Editions – Übersicht der bisherigen Ausgaben, inklusive ISSW 2022 als dritte Ausgabe.
- ISSW 2026 – aktuelle Beschreibung des International SPAD Sensor Workshop und seiner fachlichen Ausrichtung.
- ams OSRAM Headquarters Premstätten – Angaben zum Hauptsitz und zur 200-mm-Fertigung in Premstätten.
- ams OSRAM: Ausbau der Chip-Produktion in der Steiermark – Unternehmensmeldung zu Investitionen, Standort Premstätten und European Chips Act.
Alle Angaben wurden auf Basis öffentlich verfügbarer Quellen recherchiert. Hinweise zu Korrekturen, Ergänzungen oder neuen Entwicklungen rund um ISSW, SPAD-Sensorik und den steirischen Hightech-Standort können gerne übermittelt werden.
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